1000-km Nürburgring 2006

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Webmaster Reinhold Zitzelsberger

Letzte Änderung

Donnerstag, 22. August 2013 

1.000 km-Rennen 2006 auf dem Nürburgring

- Fast ohne Zuschauerbeteiligung -

Waren das noch Zeiten, als bei den 1.000 km-Rennen in den 50er und 60er Jahren noch über 200.000 Zuschauer an der Nordschleife zuschauten. Es waren ja auch bekannte Namen am Start, insbesondere auch Fahrer, die in der Formel 1 vorne mit fuhren. Damals hatten die 1.000 km-Rennen einen sehr hohen Stellenwert.

Heute ist das anders: Am gleichen Wochenende fand in Magny Cours der GP von Frankreich statt und Michael Schumacher hatte seine Aufholjagd auf Fernando Alonso gestartet und das Zuschauerinteresse galt natürlich dem GP von Frankreich. Zur gleichen Zeit fand auf dem Sachsenring der GP Motorradpreis von Deutschland statt. Über 200.000 Zuschauer sahen dort spannende Rennen ohne deutsche Beteiligung.

Und das 1.000 km-Rennen auf dem Nürburgring wurde von niemandem wahrgenommen. Selbst die lokalen Zeitungen im Bonner Raum berichteten auch nicht in der Vorschau über den Rennklassiker.

Wiedersehen mit alten Bekannten

In der Starterliste tauchten allerdings einige Namen auf, die durchaus für Insider schon bemerkenswert waren. So war Stefan Johansson (S) am Start, der immerhin 1985 beim GP von Europa in der ersten Startreihe auf Ferrari gestanden hatte. Auch der Malaysier Alex Yoong, erster Formel 1-Fahrer aus Malaysia, teilte sich mit Jan Lammers (NL) ein Cockpit. Jan Lammers fuhr ebenfalls in der Formel 1 und hat unzählige Langstreckenrennen gewonnen. Auch der ehemalige japanische Formel 1-Rennfahrer Nakarno war mit dabei. Aber wer kennt diese Namen noch?

Ich jedenfalls war begeistert, „alte Bekannte“ wieder gesehen zu haben. Das erste Erlebnis mit Alex Yoong hatte ich an der Schikane. Im zweiten freien Training am Samstag (es gab insgesamt nur zwei freie Trainingssitzungen und das Qualifying) startete er vor der Schikane ein Überholmanöver und verbremste sich dabei. Er landete im Kiesbett, konnte aber weiterfahren. Auffallend viele Dreher gab es im Haug-Bogen. Auch hier wurden diese durch Verbremser verursacht. Im Qualifying waren die Pescarola C60-Judd von Henry Pescarola die Schnellsten. Sie gewannen auch das Rennen. In der Boxengasse konnte ich mit erleben, dass Stefan Johansson, der mit einem Zytec unterwegs war, wohl mit seinem vierten Trainingsplatz nicht zufrieden war. Aber aus der zweiten Reihe zu starten beim Langstreckenklassiker ist doch auch schon etwas. Zu beobachten war noch, dass während der Trainingssitzungen fleißig Boxenstopps geübt wurden – denn ein schneller Boxenstopp kann oft Rennen entscheiden. Das wissen wir aus der Formel 1!

Das Team von Pescarola mit Emanuel Colar stand zwar nicht auf der pole position, baute die Führung bei den 1.000 km-Rennen aber sukzessive aus. Bleibt noch zu erwähnen, dass der ehemalige japanische Formel 1-Rennfahrer Nakarno im roten LC70 ebenfalls an der Spitze lag, aber mit Kupplungsproblemen die Aussicht auf einen Podiumsplatz aufgeben musste.

Kurz vor Zielankunft schien sich das Duo Lammers/Yoong auf dem zweiten Platz und das Trio Missian/Ortis/Gabiani auf den dritten Rang festzusetzen. Doch Schlussfahrer Missian blies noch einmal zum Angriff und kam dem vor ihm liegenden Alex Yoong immer näher. Als Missian drei Runden vor Schluss bis auf 1,5 Sekunden an Yoong herangefahren war, bremste ein nervöser Yoong die Dunlop-Kehre zu spät an und rutschte in die Wiese. Der Malaysier kam zwar auf die Strecke zurück, doch Missian war natürlich längst vorbei und belegte den zweiten Platz.

Ich erinnere mich an das Training, hier hatte ja Yoong Erfahrungen im Ausrutschen in das Kiesbett.

Resümee

Wieder mal ein Sieg des Pescarola-Teams von Henry Pescarola, dem früheren Formel 1-Fahrer. Schade nur, dass von diesem Rennen so wenig Notiz genommen wurde!

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2-Pescarola_reduz_800

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