GP Deutschland 2006

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Webmaster Reinhold Zitzelsberger

GroĂźer Preis von Deutschland 2006

- Doppelsieg von Ferrari mit wenig Zuschauerbeteiligung -

Es ist eigentlich eine „Frechheit“, das Freitags Training den Zuschauern fĂĽr 30 € anzubieten. Nur die sog. Testfahrer einiger Teams wie Alexander Wurz (Williams) und Robert Kubica (BMW-Sauber) sowie Marcus Winkelhock (Midland) drehten ihre Runden. Die Kontrahenten um die Weltmeisterschaft Michael Schumacher und Fernando Alonso starteten im ersten Freitags Training ĂĽberhaupt nicht oder nur fĂĽr eine Runde.

Hier müssen sich die Veranstalter etwas überlegen. Ich habe mich auch sofort beim Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH beschwert (Schreiben bei den Bildern).

Aber kommen wir zu dem sportlichen Ereignis:

Schumi dominiert im Training und Qualifying

Am Freitag war Michael Schumacher nicht allzu oft unterwegs, fuhr aber in der zweiten Trainingssitzung Bestzeit. Wenn man mal davon absieht, dass die Testfahrer, die ja ihre Reifen und Motoren nicht schonen mĂĽssen, schneller waren, so war es wohl schon ein Hinweis darauf, dass Ferrari wieder stark sein wĂĽrde.

Nico Rosberg hatte gleich einen ordentlichen Crash und sein Fahrzeug war fĂĽr die zweite Trainingssitzung am Freitag nicht mehr fahrbereit.

Zu beobachten waren auch viele Ausritte, so landete Rubens Barricchello auf seinem Honda eingangs des Motodroms auf der Wiese, konnte aber mit eigener Kraft wieder auf die Rennstrecke zurĂĽckfahren.

Beim Qualifying am Samstag fuhr Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) mit wenig Sprit fĂĽr nur 10 Runden und sicherte sich die pole knapp vor Michael Schumacher. In der zweiten Startreihe standen Massa (Ferrari) und Button (Honda). Es war klar, dass Michael auf 2 Stopps seine Strategie aufgebaut hatte – und Räikkönen auf 3 – dadurch bedingt kam Kimi schon nach 10 Runden an die Box und Schumi I ĂĽbernahm die FĂĽhrung bis ins Ziel.

Erfreulich für Schumi, dass Alonso, der in der Weltmeisterschaftswertung führte, nur auf den 5. Platz kam und dadurch die Weltmeisterschaft wieder spannend wurde. Auch erfreulich, dass Räikkönen erstmals in Hockenheim ins Ziel kam, immerhin wurde er Dritter.

Die anderen Deutschen fielen aus (Rosberg Unfall in Runde 1 und Heidfeld Bremsdefekt in Runde 10). Ralf Schumacher landete nach einer „drive through-Strafe“ auf dem undankbaren 9. Platz.

Die meisten der 80.000 Zuschauer, darunter viele Schumi-Fans, waren mit dem Rennausgang zufrieden. Die Weltmeisterschaft ist wieder spannend, nur noch 11 Punkte RĂĽckstand auf Titelverteidiger Alonso.

Letzte Ă„nderung

Donnerstag, 22. August 2013 

1 Schumi I

2 Alonso

3 Wurz

4 Autogrammstunde

5 Fans

6 Winkelhock

7 Museum

8 leere Ränge

9 Räikkonen

10 Villeneuve

11 Heidfeld

12 Barichello

13 Leere Ränge

14 Hamilton

15 Siffert-Rennwagen

Das Freitags-Training

Ich hatte auf dem Hockenheim-Ring im Museum zu tun, weil ich fĂĽr mein Buch „Helden des NĂĽrburgrings“ noch ein Bild von Stefan Bellof benötigte. Ich wusste, dass eine BĂĽste von ihm im Motorsport-Museum zu sehen ist.

Ich nutzte also die Gelegenheit, mir auch das Freitags-Training anzuschauen. Um es vorweg zu nehmen – ich war enttäuscht.

Problem des Freitag-Trainings

Mit der Saison 2005 hatte man die Motorregeln geändert, d.h. die Teams müssen mit einem Motor zwei Rennen auskommen. Hinzu kam, dass man auch die Motorregeln 2006 dahingehend geändert hatte, dass nur noch 8 Zylinder-Motoren erlaubt waren und hier haperte es noch mit der Zuverlässigkeit.

Die Teams versuchten deshalb, möglichst wenig km mit einem Motor zu fahren, um das Aggregat fĂĽr das Rennen zu schonen. Fazit: Stars wie Schumi, Alonso, Räikkönen, Button fuhren im ersten Training ĂĽberhaupt nicht oder nur sog. „Installations-Runden“. DafĂĽr waren die Testfahre8 leere Ränge_Einzelr wie Alexander Wurz, Markus Winkelhock, Davidson und Dornbusch fleiĂźig unterwegs. Aber als Zuschauer will man ja einen Michael Schumacher oder Fernando Alonso sehen – die blieben in der Box.

Man zahlte praktisch 30 € (das ist viel Geld) für einige Runden der Testfahrer.

Allerdings wurde es in der zweiten Hälfte des zweiten Trainings (von 14.00 bis 15.00 Uhr) etwas verkehrsreicher auf der Rennpiste, denn nun kamen die Stars doch. Aber auch da muss man unterscheiden zwischen den Testfahrern und den Stammfahrern. Die Stammfahrer mĂĽssen sowohl Reifen als auch Motor schonen und fahren relativ verhalten. Die Testfahrer können dagegen „volle Pulle“ fahren und sind beim Freitags-Training in der Regel schneller als die Stammfahrer. So war es auch. Der Pole Kubica auf einem BMW Sauber war der Schnellste vor Michael Schumacher. Alonso belegte „nur“ den siebten Platz. Das ist aber beim Freitags-Training noch nicht so entscheidend.

Action am Hockenheim-Ring

Man hatte sich etwas einfallen lassen und Autogrammstunden eingeplant. Ich konnte erleben, wie Nico Rosberg und der Toyota-Testfahrer Ricardo Zonta Autogramme gaben. Die Frage des Moderators an Nico Rosberg: Warum sind Sie rausgeflogen? In seiner unbekümmerten Art meinte Rosberg, dass er wohl nicht genug beachtet hätte, dass die Bremsen noch nicht auf Betriebstemperatur gewesen seien, dadurch hätte es ein Blockieren der hinteren Räder gegeben und er sei abgeflogen.

Das Fahrzeug war übrigens so beschädigt, dass es nicht mehr im zweiten Training benutzt werden konnte. Schade.

Ansonsten gab es im Vorfeld praktisch vor dem Motorsport-Museum viele Angebote in Sachen Fanzubehör. Zu beachten war hier, dass mittlerweile das Rot von Ferrari immer mehr dem Blau von Renault weicht. Man bekommt also T-Shirts von Alonso und Schumacher, T-Shirts von Montoya, der ja die Formel 1-Szene verlassen musste, waren zu Schleuderpreisen erhältlich.

Im Motorsport-Museum schaute ich mir noch eine Ausstellung von Jo Siffert an, dem Schweizer Ex -Rennfahrer, der vor 30 Jahren in Brands Hatch tödlich verunglückt war. Ich hatte Jo Siffert noch am Nürburgring fahren gesehen. Die Ausstellung war für mich sehr interessant. Ansonsten war im Motorsport-Museum viel Altes zu sehen, man hatte es wohl in den letzten 10 Jahren kaum modernisiert.

ResĂĽmee

Nur 80.000 Zuschauer am Hockenheim-Ring. Es waren mal 120.000 am Rennsonntag! Auch der NĂĽrburgring hatte bekanntlich kein volles Haus. Es mangelt den Deutschen zur Zeit an Geld und vielleicht auch an Interesse – denn 15 Jahre Schumi reichen vielleicht? Man ĂĽberlegt, die beiden deutschen Grand Prix zusammenzulegen und das wird wohl auch die Zukunft sein.